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Carl Auer von Welsbach

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Dieser Artikel basiert auf dem Auer von Welsbach Artikel „Carl Auer von Welsbach“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 1.11.2010 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Auer von Welsbach&action=history Liste der Autoren verfügbar.


Auer von Welsbach.jpg

Carl Auer von Welsbach.

Karl-Auer-von-Welsbach-Museum.jpg

Museum in Althofen

Carl Freiherr Auer von Welsbach (* 1. September 1858 in Wien; † 4. August 1929 in Mölbling, Kärnten), war ein österreichischer Chemiker und Unternehmer. Er war Gründer der Treibacher Industrie AG und der Auer-Gesellschaft in Berlin.

Er erwarb sich Verdienste unter anderem als Erfinder des Glühstrumpfs im Gaslicht, der Metallfadenlampe und des Zündsteins(Wp) im Feuerzeug.

Herkunft Bearbeiten

Sein Vater Alois Auer von Welsbach stammte aus bescheidenen Verhältnissen und hatte das Buchdruckergewerbe erlernt. Der Vater war von 1841 bis 1864 Direktor der k.k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien. Diese wurde unter seiner Leitung zu einem Unternehmen von Weltruf. Alois erfand den Naturselbstdruck, die Schnellpresse und die automatische Kupferdruckpresse. Aufgrund seiner Verdienste wurde er zwei Jahre nach der Geburt seines Sohnes Carl in den Adelsstand erhoben und erhielt das Prädikat von Welsbach, welches auf die Heimat der Familie, Wels, hinwies. Schon früh erkannte er die Begabung seines Sohnes Carl.[1]

Leben und Werk Bearbeiten

Auer studierte in Wien und in Heidelberg Chemie. Dort, im Laboratorium von Robert Wilhelm Bunsen, begann er mit Untersuchungen an den Metallen der Seltenen Erden. Nach seiner Promotion im Mai 1882 kehrte er nach Wien zurück, wo er diese Arbeiten fortsetzte. Hier hatte er einen ebenso prominenten Lehrmeister in Adolf Lieben, in dessen Institut er zu arbeiten begann. Durch vielfach wiederholte fraktionierte Kristallisation konnte er 1885 das Didym, das bis dahin als Element gegolten hatte, in die Elemente Neodym und Praseodym zerlegen.

Bei seinen Arbeiten beobachtete er das Leuchten der Verbindungen der Seltenen Erden in der Flamme des Bunsenbrenners. Wenn er Baumwollfäden mit ihren Salzlösungen tränkte und die getrockneten Fäden verbrannte, blieb ein Gerüst aus den Oxiden zurück, das ein starkes Strahlungsvermögen zeigt. So erfand Auer 1885 den Glühstrumpf, auch als Auerstrumpf bekannt, der die damals schon bekannte Gasbeleuchtung wesentlich verbesserte, da man mit geringerem Gasverbrauch wesentlich bessere Lichtausbeuten erhalten konnte. Nachdem Auer die Zusammensetzung optimiert hatte (ursprünglich Magnesium- bzw. Zirkon-, Lanthan- und Yttriumoxid, dann Thorium- und Ceroxid), war das Gasglühlicht („Auerlicht“) allen damals bekannten Lichtquellen überlegen: es war nicht nur deutlich heller als Kerze oder Kienspan, sondern war auch günstiger als andere Gaslampen oder die elektrische Kohlenfadenlampe. So wurde es auch wirtschaftlich ein Erfolg. Dennoch beschäftigte sich Auer auch mit dem elektrischen Licht: 1898 ließ er die erste brauchbare Metallfadenlampe patentieren. Er entwickelte dazu ein Verfahren zur Herstellung von Drähten aus Osmium (Patent 1890), das damals als Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt galt (Wolfram schmilzt bei noch höheren Temperaturen).

1903 erfand er den „Zündstein“, eine Legierung aus Cer und Eisen, von der durch Reiben Stücke abgeschlagen werden konnten, die sich an der Luft selbst entzünden. 1907 brachte er entsprechende Feuerzeuge auf den Markt, und auch die heutigen Feuerzeuge mit Zündstein basieren auf Auers Cereisen.

1905 entdeckte Auer – unabhängig von Georges Urbain – die Elemente Ytterbium und Lutetium.

Am 10. März 1906 meldete Carl Auer von Welsbach das Warenzeichen OSRAM für die Waren „Elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen“ beim damaligen Kaiserlichen Patentamt in Berlin an.

Privates Bearbeiten

Im Jahr 1899 heiratete er Marie Nimpfer, mit der er vier Kinder hatte.

Carl Auer von Welsbach kaufte 1893 von der Schauspielerin Marie Geistinger das Schloß Rastenfeld (heute Schloss Welsbach) in Mölbling und erwarb nach Bunsens Tod die Bibliothek seines Lehrers. Zwar überließ er banale Alltagstätigkeiten verlässlichen Angestellten, war aber selber die Personifizierung eines Forschers und Gelehrten – ein systematischer und disziplinierter Arbeiter, der sparsam mit Worten und schriftlichen Aussagen war.

Ehrungen Bearbeiten

20 Schilling Carl Auer von Welsbach obverse.jpg

Carl Auer von Welsbach auf der 20-Schilling Banknote (1956)

  • Kaiser Franz Joseph I. erhob Carl Auer 1901 in den Freiherrenstand.
  • 1920 erhielt er den Siemens-Ring
  • 1921 erhielt er die Wilhelm Exner Medaille

Würdigungen Bearbeiten

  • Sein Porträt ist abgebildet auf einer 25-Schilling Silbermünze, der 20-Schilling Banknote von 1956 und auf einer 1,50-Schilling Briefmarke.
  • Seit 2008 schreibt die Universität Wien ein Auer von Welsbach-Stipendium aus[2]
  • In Wien, Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) ist der Auer-Welsbach-Park nach ihm benannt worden, in Wien Liesing (23. Bezirk) die Auer-Welsbach-Straße.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Thomas Chorherr: Große Österreicher. Ueberreuter, 1985
  2. Ausschreibung des Stipendiums der Universität Wien

Literatur Bearbeiten

  • Elmayer von Vestenbrugg: Mehr Licht! Zsolnay, Hamburg, Wien 1958.
  • Heinrich Kellermann: Die Ceritmetalle und ihre pyrophoren Legierungen. Knapp, Halle (Saale) 1912.
  • Kurt Peters: Carl Auer von Welsbach. In: Blätter für Technikgeschichte. 20. Heft. Springer, Wien 1958.
  • Franz Sedlacek: Auer von Welsbach. In: Blätter für Geschichte der Technik. Springer, Wien 1934.
  • Gerd Löffler: Pionier der seltenen Erden. In: Nachrichten aus der Chemie. 9/2008, S. 889.

Weblinks Bearbeiten

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