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Das Lackieren einer Lampe oder Laterne kommt nicht in allen Fällen in Frage. Optimalerweise, und aus Originalitätsgründen nicht lackiert werden sollten Teile die im Original auf Grund ihrer thermischen Belastung Oberflächenveredelt wurden oder aus Messing bestehen.

In Starklichtlampen kommt eine Lackierung meist nur am Tank in Frage, Misch- undFrischluftlaternen können im Prinzip vollständig lackiert werden.

Öfen werden auf Grund ihrer Oberflächenesthetik ebenfalls gerne lackiert, wegen der hohen thermischen Belastung sind hier im besonderen Maße die Hinweise unter Lackart zu berücksichtigen.

Farbwahl Bearbeiten

Wer sich die Arbeit macht eine Laterne zu restaurieren sollte für eine Lackierung eine möglichst authentische Farbe verwenden. Die Farbwahl wird teilweise eingeschränkt durch die fehlende Verfügbarkeit bestimmter Lacksorten.

Empfehlenswert ist, sich an die RAL Farbtöne zu halten.

FROWO verwendete z.B. bei Vorkriegslaternen überwiegend RAL 6006 seidenmatt.

Eventuell bereits für die Wehrmacht, zumindest aber für die NVA erfolgten bei FROWO Lackierungen mit RAL 6003 ( NVA grün)

Neben verzinnten Laternen waren mit Beginn der kriegsbeschänkten Materialverfügbarkeit von Nier auch Modelle in Silberbronze erhältlich.

In Kriegszeiten erfolgte die Lackierung bei Nier in Feldgrau, ( angelehnt an RAL 6006) sowie ein sogenanntes "Feldgrün" für das es keine RAL Nomenklatur gibt. Es empfiehlt sich hier ebenfalls RAL an RAL 6003 zu orientieren. Fahrradlaternen wurden in Schwarz lackiert.

Bei Feuerhand wurde für die weitverbreiteten gelben Sicherungslaternen signalgelb RAL 1003 verwendet. Durch Änderungen des RAL Systems entspricht dies heute der Farbe RAL 1023 Verkehrsgelb, welches für Nachlackierungen empfohlen wird.

Lackiervorbereitung Bearbeiten

Der Untergrund sollte frei von alten Farbresten, möglichst vollständig entrostet, und vor Lackierbeginn mit einem nicht rückfettenden Lösungsmittel wie Alkohol oder Aceton gereinigt werden. Spritzspachtel wird, insbesondere im Blakerbereich, nicht empfohlen. Bei Grundierungen ist die Temperaturbeständigkeit der Grundierung zu beachten. Grundierungen waren in der Herstellung nicht üblich.

Aus heutiger Sicht des Restaurators empfiehlt sich vieleicht eine Lage Zinkspray oder Zink/Alu Spray als Rostvorsorge, die Sprays sind zumindest auch Hochtemperaturbeständig.

Lackart Bearbeiten

Für Laternen bestehen gewisse Anforderungen an die Lacke. Zum einen sollten sie eine gute Temperaturbeständigkeit aufweisen, das ist insbesondere für Frischluftlaternen erforderlich. Des weiteren ist oft eine Benzinbeständigkeit erwünscht, dies gilt insbesondere für Starklichtlampen.

Die Original verwendeten Lacksorten sind heute oft nicht mehr im Gebrauch, bzw. im Privatbereich nicht in Spraydosen verfügbar.

Für die Lackierung von Metallen kommt heute gängigerweise Alkydharzlack zum Einsatz, wohingegend sogenannte Buntlacke (auch auf Alkydharzlackbasis) überwiegend für Holz oder bereits vorbehandelte Untergründe verwendet werden.

Spraydosen auf Alkydharzbasis ( Kunstharzlack ) sind gängig in RAL Tönen erhältlich und in verschiedenen Glanzgraden bestellbar. ( hochglänzend, halbglänzend, seidenglänzend, seidenmatt, matt ) Insbesondere bei älteren Lampen vor dem 2 WK ist eine Lackierung in seidenmatt vermutlich authentischer als Hochglänzend.

Alkydharzlacke ( Kunstharzlacke ) aus Spraydosen haben typischerweise folgende Temperaturbeständigkeit:

Temperaturkurzzeitbelastung: 150 °C

Temperaturdauerbelastung: 130 °C

Kritisch ist die Temperatur bei Frischluftlaternen am Blaker / Kamindeckel, dort können die Temperaturen 130° dauerhaft überschreiten. Insbesondere an kleineren Laternen ist dies ein Problem.

Aus diesen Gründen wird die Verwendung der gängigen Alkydharz / Kunstharz Lacksprays NICHT empfohlen.

Lackempfehlung:

Für eine fachgerechte Restaurierung mit bleibender Farbstabilität, auch bei Lampenbetrieb, empfieht sich Lackspray auf Silikonharzbasis, umgangssprachlich auch Thermolack, in der Tunigszene als Auspufflack bekannt. Die Lacke haben eine angegebene Stabilität bis 650°C, was jedoch nur für den Grundlack gilt. Bezüglich der verwendeten Farbpigmente sind Temperaturen bis etwa 300°C als realistisch anzusehen.

Durch Einbrennen der Lacke bei 30min / >160°C kann außerdem eine deutlich erhöhte Benzinfestigkeit erreicht werden.

Diese Lacke werden nur von wenigen Anbietern als Spraydose in den gängigen RAL Tönen angeboten. Zum Zeitpunkt der Recherche lieferte folgender Verkäufer, auch per Auktionshaus: " nick-00" . Die Lacke sind erfreulicherweise alle als "seidenmatt" ausgewiesen. Wer glänzenden Lack benötigt, der kann den eingebrannten Lack mit hitzefestem Klarlack überlackieren und diesen, falls benötigt, auch einbrennen.

Hersteller:

Super Nail Center GmbH

Industriestrasse 3

63825 Schöllkrippen

Telefon: 0602463990

Telefax: 06024639922

E-Mail: paintsystems@web.de

Lackierausführung Bearbeiten

In Frage kommen : Tauchbadlackierung, Anstrichlackierung, Spraylackierung. Heutzutage bietet sich eine Lackierung mit Spraydose auf Grund der guten Oberflächenqualität besonders an.

Wer die Möglichkeit hat kann den Lack zB in einem Elektroherd einbrennen.

Hitzebeständige Lacke Bearbeiten

Hitzebeständige Lacke sind meist nicht in RAL Tönen verfügbar. Verfügbar sind typischer Weise folgende unverbindlichen Farbtöne: silber , anthrazit, graphit, titan, silbergrau, schwarz, gussgrau, grau. Viele Farbtöne sind matt. Insbesondere das weit verbreitete schwarz matt (Ofenrohrlack) kann hierbei nicht empfohlen werden, der Glanzgrad ist dabei so niedrig das Details kaum hervortreten. Die Hitzebeständigkeit liegt bei etwa 450°C. Produkte des Ofenanbieters HARK sind in einigen Kreisen sehr beliebt.

Darüber hinaus gibt es Hitzefeste Metalllacke, zumeist auf Zink oder Aluminiumbasis, aber auch in schwarz, für den Temperaturbereich bis etwa 650 °C. Auch Klarlack ist als hitzefester Lack erhältlich, was sich für den Einsatz auf Messing anbieten könnte und eine gute Alternative ist wenn aus Originalitätsgründen eigentlich gar kein deckender Lack verwendet werden sollte, man aber trotzdem einen entsprechenden Schutz realisieren möchte.

Allgemeine Hinweise Bearbeiten

Auch wenn ein Originalfarbton anstrebenswert ist werden Abweichungen in Sammlerkreisen durchaus tolleriert. Es ist auch zu bedenken das insbesondere in der Nachkriegszeit man mit dem lackierte was halt da war, und auch in den 60er- 90 Jahren waren die Laternen für den Endverbraucher in allen möglichen Modefarben erhältlich.

Die Nachkriegslackierungen bei Feuerhand, BAT oder Frowo wurden nach aktueller Kenntnis auch nicht mit speziellen Hitze- und Benzinfesten Farben durchgeführt, insofern muss man es da im Restaurierungsfall auch nicht übertreiben.

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