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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Messing“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 6.9.2010 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Messing ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Legierungen mit den Hauptbestandteilen Kupfer, sowie Zink. Bei Zinkgehalten von 20-36% sind die Legierungen von hellerem oder dunklerem Goldton, jenseits der genannte Gehalte sind sie bräunlich bis bräunlich-rötlich.

Eigenschaften Bearbeiten

  • Schmelzpunkt: mit steigendem Zinkgehalt sinkend; etwa 900–925 °C
  • Dichte: etwa 8,4 g/cm³ CuZn37
  • elektrische Leitfähigkeit: etwa 15 MS/m, mit steigendem Zinkgehalt wird die elektrische Leitfähigkeit des Messings stark gesenkt (bei 10 % Zn um 60 %, bei 40 % Zn um 75 %)
  • Elastizitätsmodul: 78 bis 123 GPa (kN/mm²)
  • Zugfestigkeit: 310 bis 460 MPa (N/mm²)
  • Dehngrenze: 120 bis 420 MPa (N/mm²)
  • Querkontraktionszahl: 0,37
  • Torsionsmodul: 37 GPa (kN/mm²)
  • amagnetisch
  • Färbung abhängig vom Zinkgehalt
  • spezifische Wärmekapazität: je nach Legierung ungefähr 377 J/(kg·K)
  • Ausdehnungskoeffizient: 18,5·10−6/K bei 20 °C CuZn30

Messing ist etwas härter als reines Kupfer, jedoch nicht so hart wie Bronze (eine Kupfer-Zinn-Legierung). Die Messingschmelze ist dünnflüssig und nimmt im Gegensatz zu reiner Kupferschmelze wenig Gase auf, lässt sich daher blasenarm gießen. Auffallend ist die Farbähnlichkeit zu Gold.

Messing ist im Gegensatz zu Stahl- und Aluminiumlegierungen nicht durch Wärmebehandlung aushärtbar. Die Festigkeit kann nur durch geeignete Legierungswahl und durch mechanische Umformung (Walzen, Schmieden oder Ziehen in kaltem Zustand) gesteuert werden.

Bei Messingsorten mit hohem Zinkanteil kann unter ungünstigen Umständen die Korrosionsart Entzinkung auftreten.

Messingsorten Bearbeiten

Die verschiedenen Messingsorten unterscheiden sich durch ihren Zinkanteil, der in der Bezeichnung in Prozent angegeben wird. Eine der am häufigsten verwendeten Legierungen ist CuZn37, die 37 Prozent Zink enthält. Früher wurde stattdessen die Bezeichnung Ms mit dem Kupferanteil verwendet, hier also Ms 63. Messing kann bis zu 3 Prozent Blei enthalten In der Praxis enthalten alle Messinglegierungen Messing mindestens 58 Prozent Kupfer, da sie unterhalb dessen spröde werden und schlecht zu verarbeiten sind.

Die Legierung CuZn30 weist von allen Messingsorten die beste plastische Verformbarkeit auf. Da aus ihr in der Vergangenheit häufig Kartuschen für Artilleriegeschosse hergestellt wurden (hohe Bruchdehnung) nennt man diese Legierung umgangssprachlich auch Kartuschmessing.

Messingsorten mit > 70 % Kupfer werden als Tafelmessing, Goldmessing oder Tombak bezeichnet.[1] Tafelmessing wurde in der Uhrenfabrikation für aus Blechen gestanzte Zahnräder und andere Teile verwendet. In der Schmuckherstellung wurde es als Goldersatz benutzt, heute müssen solche Teile als „base metal“ markiert sein.[2] Dekorationselemente, auch klassischer militärischer Art (Helme, Brustpanzer) wurden aus Tafelmessing gefertigt.[3]

Wichtige Gruppe innerhalb der vielfältigen Messinglegierungen sind die Zerspanungsmessinge (auch Automatenmessing genannt). Sie weisen eine andere Kristallgitterstruktur auf als Messing mit einem Zn-Gehalt von bis zu 38,95 % und können Blei in feinen Tröpfchen als Spanbrecher enthalten. Das Blei löst sich nicht im Kristallgitter, sondern liegt als fein dispergierte Phase vor. Die Bleigehalte variieren zwischen 0,5 % und 3,5 %. Je mehr Blei enthalten ist, desto besser lässt sich der Werkstoff zerspanen, desto feinere Späne fallen an. Mehr als 3,5 % Blei hat sich in der Praxis jedoch nicht bewährt, der geringfügig erhöhten Zerspanbarkeit stand eine deutlich schwierigere Herstellbarkeit des Werkstoffes entgegen. Die Zerspanungs-Messinge zählen nicht zu den Sondermessingen.

Für Gußmessinge werden wegen ihrer guten Zerspanbarkeit Armaturen und Formstücke in der Sanitärinstallation aus einer Legierung mit 39% Zink, 3% Blei, Rest Kupfer, dem sogenannten Armaturenmessing - auch Automatenmessing genannt - hergestellt. Die gegenüber einem reinen alpha-Messing geringere Korrosionsfestigkeit, selbst gegenüber chloridfreiem Leitungswasser nimmt man dabei in Kauf.

Messinglegierungen zählen auch zu den für Lager geeigneten Werkstoffen. Verwendet werden die zinkreichen Legierungen CuZn37Al1 und CuZn40Al2, also mit 2% Aluminiumzusatz.

Vielfältig eingesetzt werden in reiner alpha-Phase erstarrende Messing- Knetlegierungen mit max. 58 Teilen Kupfer, Rest Zink einschließlich zwei Prozent Blei (zu genormten Messing Guß-und Knetlegierungen siehe Einzelheiten in DIN EN 17660 und DKI - Schrift i.5 Tab 14 und 15). Die Einsatzmöglichkeiten für Guß - wie Knetlegierungen erweitern sich erheblich, wenn außer 1-2  % Blei noch weitere Elemente legiert werden. Insbesondere Aluminium (erhöhte Verschleißfestigkeit) gegebenfalls zusätzliche 5 % Nickel (Schiffspropeller)erweitern den Einsatzbereich von Messingen erheblich. Auch Silizium und Mangen zählen hierzu.


Bauteile und Baugruppen aus MessingBearbeiten

Petromax und DerivateBearbeiten

Original-Petromax bestehen komplett (mit Ausnahme einiger Kleinteile) aus Messing, die meisten Nachbauten werden aus Stahlblech gefertigt. Funktionsteile wie Vergaser und Rapidstarter sind auch bei Nachbauten aus Messing.

Bei verchromten Lampen lässt sich im Zweifel das Grundmaterial leicht feststellen. Stahl ist magnetisch, Messing nicht.

DochtlampenBearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Tombak leitet sich vom malaysischen Namen für Kupfer, Tumbaga oder Tambaga, ab.
  2. Talmigold, ebenfalls für billigen Schmuck verwendet, ist kein Messing, sondern eine Rotgusslegierung, die zur Täuschung mit Gold plattiert wird.
  3. Vor dem Aufkommen kleinkalibriger Hochgeschwindigkeitsmunition wurde Tafelmessing auch zum Plattieren der Stahlmantelgeschosse für Gewehre und Pistolen verwendet, da es in gezogenen Läufen dem Geschoss besseren Drall verlieh.

Weblinks Bearbeiten

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