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Nier-Feuerhand

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Feuerhand“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4.9.2010 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Atom75STK.jpg

Feuerhand Atom 75 mit Sturmkappe (kleinste hergestellte Sturmlaterne)

Nier ist der Kurzname des Herstellers von Petroleumlampen der Marke Feuerhand welche ursprünglich im sächsischen Beierfeld produziert wurden und deren Geschichte bis in die Gegenwart reicht. 

Seit 1950 werden die Laternen in Hohenlockstedt hergestellt. Es kam immer wieder zu geänderten Eigentumsverhältnissen. Die letze Firma meldete im Oktober 2012 Insolvenz an und stellte die Produktion Ende 2012 ein. [1] Vordergründig wurden zu hohe Personalkosten der 40 Mitarbeiter genannt. Der Insolvenzverwalter stellte jedoch fest das die Gesellschafter sämtliche Aktiva wie Gebäude, Maschinen und Namensrechte an eine andere Firma übertragen hatten, so das es nichts gab was man einem Investor hätte anbieten können. Diese Problematik reicht bereits lange zurück, bereits 2004 gehörten die Namensrechte der  Müller & Co. Technische Dienstleistungen UG

Die neue Inhaberfirma war Müller&Co. Bereits 2003 verkaufte der damalige Geschäftsführer Wilfried Hartmut Müller die Produktion an die Feuerhand GmbH. Deren geschäftsführender Gesellschafter war Sohn Marc-Michael Müller. Entsprechend erfolgte die Überschreibung auf die Firma Müller & Co. im Jahr 2012 gewissermaßen Familienintern.

Seit 2014 liegen die Rechte bei der auf klassische Leuchtmittel spezialisierten Petromax GmBH ehemals Pelam .

Im Umgangssprachlichen hat sich der Begriff 'Firma Feuerhand' immer mehr eingeprägt, diese Firmenbezeichnung entspricht jedoch nicht der historischen Wahrheit.

Geschichte Bearbeiten

Zur Geschichte der Firma und Familie Nier finden sich im Internet teilweise unterschiedliche Angaben. Das Petro-Wiki bemüht daher an diesem Punkt um einen besonders detailierten Quellnachweis, muss dabei aber auf nicht öffentlich einsehbare private Archive zurückgreifen.

  • 1878 machen sich die Gebrüder Hermann und Ernst Nier selbständig und fertigen unter anderem Sturmlaternen.[2]
  • Hermann Nier machte sich 1902 selbständig (Eintrag im Handelsregister jedoch erst 1907)[3].
  • 1911 wurde eine Frischluftlaterne auf den Markt gebracht.
  • 1914 wurde mit der maschinellen Fertigung der Sturmlaternen begonnen[4]
  • Im Jahr 1937 liegt die Anzahl der verkauften Laternen einmalig bei über 12 Millionen Stück.
  • 1939 wird ein Patent für die Sturmkappe, einen Windschutz für Sturmlaternen, erteilt[5].
  • Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Firma enteignet und demontiert. Durch die russischen Streitkräfte wurde Dipl.-Ing. Ernst Bruno Nier festgenommen.
  • 1948 werden die ehemaligen Betriebe "Hermann Nier Feuerhandwerk" und "Nirona-Werke Nier & Ehmer" in Volkseigentum überführt und firmieren unter "VVB VEB Nirona-Feuerhand MeWa Beierfeld". Sie bilden ab 1952 dann das  VEB Sturmlaternenwerk welches die Marke "BAT" auf den Markt bringt.
  • Die Brüder Woldemar und Curt Nier flüchteten in den Westen und gründeten am 1.12.1949 die Nier KG im Locksteder Lager.
  • Nur einen Monat später, am 02.01.1950 einigte sich Nier mit dem Betreiber des alten Stammsitzes bezüglich der Wort/- Bildmarke "Feuerhand". Die Laternen des alten Stammsitzes firmierten fortan unter BAT.[6]
  • Wechselnde Rechtsformen (EHG, KG, oHG)
  • 2003 Gründung der Feuerhand GmbH in Hohenlockstedt und dortige Produktion.
  • Ende 2012 Insolvenz
  • Herbst 2014 erwirbt Petromax Rechte und Aktiva. Als Teil der Petromax Gruppe wird die Produktion am traditionellen Standort Hohenlockstedt wiederaufgenommen. Petromax mit Geschäftssitz in Magdeburg hatte sich bereits seit Jahren mit traditionellen Beleuchttungsartikeln etabliert.

Produkte[5] Bearbeiten

MischluftlaternenBearbeiten

Frischluftlaternen und SturmlaternenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

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Das Firmenlogo zeigt eine linke Hand, von der Seite, mit nach oben gerichteter Handfläche, auf der Handfläche brennt ein Feuer. Der Name Feuerhand bezieht sich nicht darauf, dass die Benutzer Feuer in der Hand haben, sondern darauf, dass die Laternen als erste in Deutschland feuerverzinnt waren.

Exportmarkung Bearbeiten

Einige Modelle der Sturmlaternen tragen am Tank die zusätzliche Prägung " Superflam " . Angeblich handelt es sich dabei um Modelle die für den französischen Markt / die französische Armee gefertigt wurden.

DatierungBearbeiten

Natürlich gibt es in den Baureihen der einzelnen Laternen Details die meist eine genauere Einschränkung ermöglichen. Die hier gelisteten Anhaltspunkte gelten weitgehend Baureihenübergreifend und sollen eine gewisse Einschränkung des Zeitraumes ermöglichen. Viele Neuerungen wurden auch Zeitversetzt in die Produktion der diversen Modelle übernommen.

ab 08/1932 Blakermarkung: FEUERHAND MADE IN GERMANY
ab 1937 einteiliger statt zweiteiliger Brenner
ab 1938

Blakermarkung: FEUERHAND FEUERHAND

ab 1939 geändertes Tanklogo - FEUERHAND (im Banner), Nummer und MADE IN GERMANY finden sich rechts und links der Einfüllöfnung
1939-1945 keine Verzinnung, Lackierung in olivgrün oder Alubronze


WerbungBearbeiten

Werbung ist beispielsweise bekannt als Emaile bzw. Blechschild mit Abbildung einer FH 276.

AnekdoteBearbeiten

1923 ließ der Fabrikant Nier in Beierfeld eine Stadtvilla errichten. Nach der Enteignung 1948 wurde die Villa zunächst Kindererholungsheim. Später kehrte sie wieder zum Betrieb zurück, als Klubhaus des VEB Sturmlaternenwerkes Beierfeld. Ab 1982 hatte R. Wiesner die Leitung des Hauses inne, führte es durch die Wende und wandelte es in das Hotel-Restaurant "Villa Theodor". Alle begeisterten Sammler können heute in Nierschem Ambiente wohnen und speisen: Villa Theodor

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Quelle RECO
  2. Quelle: Ernst Nier - Sein Leben und Wirken von Gustav Beyer,1927 im Archiv J. Wekenmann
  3. Quellen: Gustav Beyer, 1927; Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum + Festschrift von 1963 im Archiv J. Wekenmann
  4. Quelle: Gustav Beyer 1927, Festschrift zu Ehren von Curt und Woldemar Nier, 1964 im Archiv J. Wekenmann
  5. 5,0 5,1 http://www.bunk-online.de/~pages/AlleFEUERHANDPetroleumSturm.htm
  6. Quelle: Schriftwechsel zwischen Fa. Hermann Nier KG und Vereinigten Sturmlaternenwerke sowie verschiedenen Anwälten im Archiv J. Wekenmann
  7. Pelam-Forum: Thread "... und wieder ein neuer Mitbewohner - FH 252"
  8. [1]
  9. Pelam-Forum: Feuerhand 201GL
Privatarchiv Jörg Wekenmann

Weblinks Bearbeiten

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