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Dfr px826

Petromax 826 von 1966

Die Petromax-Lampe ist die von Ehrich & Graetz verwendete Marke für deren Starklichtlampen, bei der Petroleum unter Druck durch einen Vergaser geleitet wird und der dadurch verdampfte Brennstoff in einem Glühstrumpf verbrannt wird, wodurch ein helles Licht entsteht. Die Lampe wurde 1910 von dem Berliner Kommerzienrat Max Graetz bei Ehrich & Graetz entwickelt. Da Max Graetz von seinen Berliner Freunden „Petroleum-Maxe“ genannt wurde, lag der Name Petromax für die Lampe recht nahe. Die erste Petromax war eine hängende Lampe, die heute bekannteste Ausführung in Laternenform gibt es seit 1922.

Um 1935 wurden Petromax-Lampen von Aladdin importiert und für kurze Zeit in Großbritannien unter eigenem Namen vertrieben[1]


Funktionsweise Bearbeiten

PX 829 BW

Petromax 829B

Die Petromax-Starklichtlaterne stellt eine kleine Gasanstalt dar. Mit Hilfe der eingebauten Handluftpumpe wird im Behälter ein Druck von etwa 2 bar erzeugt. Dieser Druck ist notwendig, um beim Betrieb der Laterne genügend Petroleum nach oben in den Vergaser und durch die auf dem Vergaser sitzende Düse zu treiben. Im Betriebszustand wird der Vergaser durch die Flamme im Glühkörper dauernd stark erhitzt. Durch diese Hitze verdampft etwa in halber Höhe des Vergasers das bis dahin flüssige Petroleum bei einer Temperatur von etwa 250° C. Das dampfförmige Petroleum strömt dann weiter durch die Vergaserschlange und wird weiter erhitzt – technisch gesprochen überhitzt – bis es dann fast mit Schallgeschwindigkeit (300 m/s) aus der kleinen Bohrung der Düse tritt. Nach Austritt aus der Düse dehnt sich das bis dahin stark zusammengepresste Petroleumgas aus und reißt die zur Verbrennung notwendige Luft aus dem Ringraum im Oberteil der Laterne mit. Die dabei entstehenden Wirbel und Schwingungsstöße und die hohe Geschwindigkeit verursachen das summende Geräusch der Petromax-Laternen. Luft- und Petroleumdampf gelangen oberhalb der Düse mit hoher Geschwindigkeit ins Mischrohr, wo sie durch Wirbelung so durchmischt werden, dass das Petroleumgas unterhalb des Mundstücks im Glühkörper völlig verbrennen kann.

Datei:PMX 827BW rapidstarter.jpg

Bei Inbetriebnahme muss zunächst der Vergaser so vorgewärmt werden, dass der Vergasungsprozess eingeleitet wird. Dies geschieht entweder durch Abbrennen von Spiritus in der Anheizschale oder durch den Rapidstarter, der mit Luft und Petroleum aus dem Behälter arbeitet.

ModelleBearbeiten

Petromax 8341

Petromax 834, Petroleum-Starklicht Hängelampe aus den 1930er Jahren

Diese Liste umfasst nur die Petromax-Starklichtlampen. Ehrich & Graetz vermarktete auch andere Gerätegattungen unter diesem Namen, siehe Ehrich & Graetz#Produkte.

Starklichtlampen Bearbeiten

  • 523, 500HK[2]
  • 523/821 Schweizer Armee, für Benzinbetrieb, 250 HK
  • 821, 250 HK
  • 826, 350 HK
  • 827, 250 HK
    • 827 B Bundeswehr, 250 HK
  • 828, 350 HK
  • 829, 500 HK
    • 829 B Bundeswehr, für Benzin (später wieder Petroleum), 500HK
  • 830, 150 HK
  • 834, 200 HK, Hängelampe
  • 835, 400 HK, Hängelampe
  • 850, 250 HK[3]
  • 883, Tischlampe[4]
  • 900[5], "Little Baby", 100 HK
  • 2826 Starklichtlaterne aus Stahlblech 350 HK (ca. 1940-1945)
  • 2827 Starklichtlaterne aus Stahlblech 200HK (ca. 1940-1945)

Heizgeräte Bearbeiten

  • 1500 Kompakter Heizer auf Basis der Starklichtlampen-Technik[6]

Vergangenheit und Zukunft der Petromaxlampe Bearbeiten

Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Graetz-Werke in Berlin Treptow sowie in Lunzenau (Sachsen) zu Volkseigenen Betrieben erklärt wurden und das Bregenzer Werk unter treuhänderische Verwaltung gestellt worden war, baute die Graetz AG in Altena / Westfalen ein neues Werk zur Produktion von Radiogeräten und Petroleumdrucklampen auf. Dort wurde die Petromax in großen Stückzahlen hergestellt.

Der Markt Bearbeiten

In den 1960er Jahren wurden mindestens 80 % der Lampen exportiert. Hauptmärkte waren alle Länder, in denen nicht flächendeckend Elektrizität vorhanden war. Die Petromax war die Standard-Lampe im Haushalt und auf Märkten. Im Verhältnis zur Helligkeit war sie sehr sparsam im Petroleumverbrauch. Die Lampe ließ sich leicht zerlegen und reparieren. Das konnte jeder und es wurde über Jahrzehnte gemacht.

Es gab und gibt etliche Kopien der Lampe von asiatischen Herstellern, siehe Anchor. Im Graetz-Museumszimmer stand ein Regal voll davon. Trotz höheren Preises wurde das Original wegen der besseren Qualität noch lange gerne gekauft. Wichtig war auch für die Kopien hundertprozentige Austauschbarkeit der Ersatzteile. Dazu musste unbedingt das spezielle Graetz-Gewinde beibehalten werden.

Die Lampe gab es auch mit der Marke „Aida“ und in diversen Versionen, z. B. mit grüner Kappe statt vernickelter für einige Islam-Länder.

Fertigung Bearbeiten

Ein kompletter Fertigungsdurchlauf dauerte über 20 Tage. „Just in Time“ gab es noch nicht und war auch kaum möglich. Die Arbeitsschritte u.a.: Stanzen, Tiefziehen, Schriftzug Prägen, Einpressen, Verlöten, Vernickeln, Montieren, Verpacken. Nur die letzten zwei dieser Arbeitsgänge konnten am Fließband gefertigt werden. Für die anderen mussten jeweils Werkzeuge gewechselt werden und dann größere Losgrößen auf Lager vorgefertigt werden.

Da die Aufträge und die Kreditbriefe dazu oft spät kamen und weniger als 20 Tage bis zur Auslieferung blieben, mussten genügend Teile jeder Version vorrätig gehalten werden.

Der Schriftzug Petromax bzw. Aida war zur Abgrenzung zu Kopien auf vielen Teilen eingeprägt, was die Vorratshaltung von Teilen verkomplizierte.

Verlagerung ins Ausland Bearbeiten

In den 1970er Jahren brach die Nachfrage zusammen. Zur Verminderung der Produktionskosten wurde die Produktion ins damalige Billiglohnland Portugal verlagert und Casa Hipolito (in Torres Vedras, Portugal) stellte qualitativ hochwertige Lampen der Marken Petromax, Geniol und Hipólito her. Mit dem Ziel, die Herstellungskosten weiter zu senken wurde die Produktion schließlich nach China verlagert. Dort wurde erfolgreich und günstig produziert und der Hersteller erkannte, dass er nicht nur auf seine deutschen Auftraggeber angewiesen war. Er produzierte für den Weltmarkt bald baugleiche sowie ähnliche Lampen, die er unter diversen Namen verkaufte. Der damalige Markenrechtsinhaber für Deutschland und Mitteleuropa (Schott AG Glaswerke) hat dies nicht verhindert.

Nach Angaben der Firma Pelam International Ltd., die im Dezember 2006 die Rechte an der Marke Petromax übernahm, werden seit 2007 einzelne Komponenten der Lampe von verschiedenen Produzenten hergestellt, einige Bauteile auch in Deutschland. Die Endfertigung der Petromax-Lampen erfolge, zur Sicherstellung eines adäquaten Qualitätsniveaus, ebenfalls in Deutschland.

Datei:Petromax 2827.jpg

Siehe auch Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Pelam-Forum: Thread "ALADDIN Petromax Little Baby 900", Beitrag von Peter Bendel
  2. Pelam-Forum: Thread "meine "neue" PX 500 523 "
  3. Pelam Forum: Thread "Petromax 850 BDA"
  4. Pressure Lamps international: Petromax (Foto in der unteren Hälfte)
  5. Petromax Little Baby 900
  6. http://www.pelam.de/petromaxforum/thread.php?threadid=11198&sid=&hilight=Aceton

Weblinks Bearbeiten

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