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Brennendes Teelicht

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Teelichte in verschiedenen Farben

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Opferlichter in einer katholischen Kirche

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Teelicht“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 8.2.2011 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Ein Teelicht (auch: Rechaudkerze) ist eine kleine, kaum rußende Kerze in einem Becher ("Napf") aus Aluminium, manchmal auch aus anderem Metall oder Glas.

Der Plural von Teelicht ist Teelichter oder Teelichte; der Plural von Lichte kam im 17. Jahrhundert vor allem in der Bedeutung für "Kerze" auf und hat sich in diesem Wort noch gehalten. [1]

Verwendung Bearbeiten

Moderne Weihnachtspyramide mit Krippe.jpg

Verwendung als Flügelradantrieb für Weihnachtspyramiden

Seinen Namen verdankt das Teelicht seiner ursprünglichen Verwendung zum Warmhalten einer Teekanne auf einem Stövchen. Die wärmenden Eigenschaften des Teelichts werden auch bei der Verwendung in Duftlampen genutzt.

Heute werden Teelichte auch zu dekorativen Zwecken eingesetzt, wobei dann die lichtgebenden Eigenschaften ausgenutzt werden und die Wärme eine untergeordnete Rolle spielt. Auf dem Markt existiert dafür eine Vielzahl von Teelichthaltern. Auch gibt es spezielle Teelichte mit Farb- und Aromazusätzen im Wachs als Duftkerze.

Das Teelicht brennt oft ruhig und mit kleiner bis mittelgroßer Flamme. Durch die gute Wärmeleitfähigkeit des Aluminiumbechers verflüssigt sich die gesamte Wachsmenge nach kurzer Brenndauer und kann so komplett abgebrannt werden. Der Docht ist im Dochthalter befestigt, dieser hält den Docht gerade im Wachs.

Wegen der starken Erwärmung des Bechers soll ein Teelicht immer in einem speziellen Halter, einer Lampe oder zumindest auf einer wärmeabführenden, feuerfesten und standsicheren Unterlage betrieben werden.

Größe, Brenndauer, Heizleistung Bearbeiten

Teelicht Varianten.jpg

Teelicht-Varianten. Von rechts: 1. Handelsübliches Teelicht in Alunapf (4h); 2. Licht im verzinnten, wiederverwendbaren Metallnapf (8h); 3. Nachfüllung für besonders hohes Teelicht (24h); 4. Glasbehälter für hohes Teelicht (24h); in Klammern ist jeweils die ungefähre Brenndauer angegeben.

Die heute am häufigsten angebotenen Teelichte haben einen Durchmesser von ca. 39mm und eine Brenndauer von 3 bis 4 Stunden. Es werden aber auch andere Größen mit einem Durchmesser von 36 mm bis hin zu 59 mm und einer Höhe von 12 mm bis 50 mm angeboten. Die Brenndauer kann bis zu 24 Stunden betragen. Handelsübliche Teelichte aus Paraffin haben - je nach Beschaffenheit des Dochts beziehungsweise der Flamme - eine Heizleistung von circa 30 bis 40 Watt.

Der Guinness-Weltrekord liegt bei 12 m Höhe und 33 m Durchmesser. Die Flamme wurde dabei 3,5 m hoch, 2 m breit und genau 1121 °C heiß.

Hitzeentwicklung - Feuergefahr Bearbeiten

Wenn Metallschale und aufnehmendes Gefäß zu heiß werden, kann das gesamte flüssige Paraffin flächig Feuer fangen und sich eine gefährliche Flamme bilden. Das geschieht dann, wenn die Umgebungstemperatur höher ist als gewöhnlich und die Wärme nicht abgeführt wird. Wenn das Teelicht in einem Gefäß steht, das die Wärme des flüssigen Parafins vom Metallnapf aufnimmt und abführt, kann das Paraffin sich kaum entzünden. Teelichter sollte man nicht unbeaufsichtigt brennen lassen.

Regulierung der Flammenhöhe Bearbeiten

Manchmal erscheint die Hitzeentwicklung durch eine große Flamme zum Beispiel zum Erwärmen oder Warmhalten kleinerer Mengen zu intensiv zu sein. Durch Zufügen von Wachsstücken, die dann schmelzen, erhöht sich der Parafinspiegel und der Docht steht weniger hervor. Die Flamme wird dadurch kleiner, die Hitzeentwicklung geringer. Wachsreste werden einer sachgemäßen Verwendung zugeführt. Die Mischung verschiedener Wachse/Parafine ist bei diesen kleinen Mengen unproblematisch.

Erneutes Anzünden Bearbeiten

Weit abgebrannte Teelichte lassen sich meist nicht mehr erneut anzünden, da anscheinend der Sauerstoff im Aluminiumgefäß schnell verbraucht ist, während das Wachs noch nicht geschmolzen ist und daher nicht den Docht hochsteigen kann, so dass dieser verbrennt. Abhilfe kann nach dem Auspusten ein Schiefstellen der Aluschale und Verschieben des Dochtes im Dochthalter an den tieferliegenden Rand der Schale bringen. Bei vielen Stövchen ist eine tiefere Bodenaussparung vorhanden. Durch Schieben aus der Kuhle gegen den Rand hin ist das leicht machbar. Zudem läuft das heiße Paraffin zum Docht hin, so dass an den Rändern der Aluschale keine nicht verbrannten Reste verbleiben. Insofern lohnt sich das auch für die letzten Minuten des Abbrandes. Nach dem Wiederanzünden sollte die Schale wieder in diese Schiefstellung gebracht werden, was anscheinend die Luftkonvektion in der Schale unterstützt.

Herstellung Bearbeiten

Zur Herstellung von Teelichten wird, anders als für normale Kerzen, Paraffin verwendet, das entweder als Granulat kalt in die entsprechende Form gepresst oder flüssig in die Teelichthülle gegossen wird; letzteres Verfahren wird jedoch meist nur bei Teelichten mit Duft und Farbe oder bei besonders hochwertigen Lichten genutzt.

Umweltschutz Bearbeiten

Bei herkömmlichen Teelichten ist der Alunapf zur Einmalbenutzung konzipiert, so dass eine relativ große Menge reinen Aluminiums als Müll anfällt. Deshalb sind aus Umweltschutzgründen auch Teelichte ohne Aluminiumbecher verfügbar, die in wiederverwendbare Becher gesteckt werden. Diese Becher sind oft aus Glas, Kunststoff oder stabilerem Metall. Da die Wärmeleistung der Flamme gerade ausreicht, um das Paraffin zu verflüssigen, brennen Teelichte in Glasbechern schlechter ab. Sie brennen nur in der Mitte herunter, während der Rand vom Glas gekühlt wird. Man kann so auch ausgebrannte Becher wiederverwenden.

Verwandte Produkte Bearbeiten

Eine Art Vorgänger bzw. Variante des modernen Teelichts ist das Hindenburglicht, das im 1. und 2. Weltkrieg zur Notbeleuchtung verwendet wurde.

Nach dem gleichen Prinzip (Paraffin in Becher mit aufgestelltem Docht) funktioniert das Grablicht.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch.

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