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Benzin

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Motorenbenzin“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4.9.2010 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Leichtbenzin“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4.9.2010 (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Benzin ist der Oberbegriff für das Motorenbenzin von der Tankstelle und für Leichtbenzine, die speziell zur Verwendung als Brennstoff oder Reinigungsmittel vertrieben werden.

Motorenbenzin Bearbeiten

Motorenbenzin ist ein komplexes Gemisch aus über 100 verschiedenen, überwiegend leichten Kohlenwasserstoffen, deren Siedebereich zwischen dem von Butan und Kerosin/Petroleum liegt. Es wird hauptsächlich aus veredelten Komponenten aus der Erdölraffination hergestellt und als Kraftstoff eingesetzt.

Sorten von Motorenbenzin Bearbeiten

  • Normalbenzin (ROZ 91) (In der Schweiz, Spanien, Schweden und anderen Ländern nicht erhältlich, in Deutschland inzwischen häufig vom Markt genommen)
  • ROZ 95 unter den folgenden Begriffen:
    • Super (Deutschland, Österreich)
    • Bleifrei 95 (Schweiz)
    • Sans Plomb 95 (Frankreich, Schweiz)
    • Eurosuper
  • ROZ 98 unter den folgenden Begriffen:
    • Super plus (Deutschland, Österreich, teilweise Schweiz)
    • Bleifrei 98 (Schweiz)
    • Sans Plomb 98 (Frankreich, Schweiz)
    • BP Ultimate bleifrei 98 (Schweiz, mind. ROZ 98), BP Ultimate Super 95 (Österreich, ROZ 98,4)
  • Als Sorte bisher nicht normierte 100-Oktan-Benzine unter anderem unter folgenden Markenbezeichnungen:
    • Shell V-Power Racing,
    • Aral Ultimate 100 (Deutschland) oder
    • OMV Super 100 (Österreich)

HerstellungBearbeiten

Die Hauptbestandteile des Benzins sind vorwiegend Alkane, Alkene, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe mit 4 bis 10 Kohlenstoff-Atomen pro Molekül und einem Siedebereich zwischen 25 °C und ~210 °C. Daneben werden in das Roh-Benzin noch diverse Ether und Alkohole (Ethanol, sehr selten noch Methanol) eingeblendet. Die Ether bzw. das Ethanol erhöhen die Klopffestigkeit des fertigen Benzins.

Die Kohlenwasserstoffe werden im ersten Schritt durch fraktionierte Destillation aus Erdöl gewonnen. [1] Ether und Ethanol werden meist zugekauft.

Die Komponenten werden (meist) separat in Tanks gelagert und von dort über eine sogenannte Blending-Station zur Fertigware aufgemischt. Je nach Sorte unterscheiden sich die Mischungsverhältnisse. z. B. werden in hochoktanige Sorten auch verstärkt hochoktanige Komponenten zugemischt. Einige Spezifikationen variieren in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Es wird zwischen Sommer-, Übergangs- und Winterware unterschieden. Um im Sommer der Dampfblasenbildung vorzubeugen, werden weniger leichtsiedende Anteile (Butan, Isopentan) im Blend verwendet. Ein Anteil von mehr leichtsiedenden Bestandteilen im Winterbenzin erleichtert dagegen den Kaltstart.

Neben der wichtigsten Qualität Oktanzahl (ROZ und MOZ) haben folgende Spezifikationen (s.u.) wesentlichen Einfluss auf den Blend:

  • DVPE (Dry Vapor Pressure Equivalent: Dampfdruck bei 38 °C)
  • E70 (Vol%, die bei 70 °C verdampft sind)
  • E100 (Vol%, die bei 100 °C verdampft sind)
  • E150 (Vol%, die bei 150 °C verdampft sind)
  • Vapour Lock Index (Indexfunktion, nur in der Übergangszeit)
  • Dichte
  • Olefinanteil (Vol%)
  • Aromatenanteil (Vol%)
  • Sauerstoffanteil (Gew%)

Der Blend muss möglichst ökonomisch gestaltet werden, d. h. ROZ oder MOZ, DVPE und Aromatenanteil sollten möglichst "angefahren" werden. Natürlich sind solche Kriterien von Raffinerie zu Raffinerie verschieden. Auch die Preisstruktur des Produktumfeldes (Jet-Preis, MTBE-Preis, Naphtha-Preis) beeinflusst die Blendingstrategie.

Additive Bearbeiten

Der Grundkraftstoff unterscheidet sich bei den verschiedenen Mineralölkonzernen nicht, er stammt häufig sogar aus derselben Raffinerie. Ihm wird, meist durch eine sogenannte "Endpunktdosierung" direkt vor der Tankwagenverladung, ein Additivpaket beigemischt, das spezifisch für den jeweils belieferten Konzern ist. Zu diesen Additiven gehören Oxidationsinhibitoren, Korrosionsschutzmittel, Detergentien (Schutz vor Ablagerungen im Einspritzsystem) und Vergaservereisungs-Inhibitoren.

Leichtbenzine Bearbeiten

sind eine Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe mit fünf bis sieben Kohlenstoffatomen (Isopentan bis ~Toluol, Siedebereich ca. 25 bis 100 °C)[2]

Leichtbenzin, namentlich Ligroin, wurde bereits seit 1850 zur Chemischen Reinigung verwendet, weswegen es auch als Waschbenzin oder Fleck(en)benzin bezeichnet wurde. Verkauft wurde es zu diesem Zweck in kleinen Mengen in Drogerien, Apotheken oder Kaufläden.

In der Entwicklung der Ottokraftstoffe übernahmen die Leichtbenzine eine wichtige Rolle, da die zu Anfang des 20. Jahrhunderts verwendeten Oberflächenvergaser mit dem leichtflüchtigen Leichtbenzin zündfähige Gemische bilden konnten.[3] Die früheste Verwendung von Ottokraftstoffen im Fahrzeug ist die Beschreibung von Leichtbenzin in der Patentschrift zum Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1886 als „leichtflüchtiges Oel“. Dies konnte das etwas schwerere, dort namentlich genannte, Ligroin oder das etwas leichtere Gasolin sein.

Ligroin (Petroleumbenzin oder Petroleumäther II, C6/C7-Kohlenwasserstoffe) musste ein Apotheker in Wiesloch 1888 zur Verfügung stellen, als Bertha Benz mit ihren Söhnen und einem verbesserten Modell des Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 ihres Mannes Carl Benz von Mannheim nach Pforzheim fuhr. Somit wurde die Wieslocher Stadt-Apotheke zur ersten Tankstelle der Welt. Gasolin (Hydririn oder Petroleumäther II, C5/C6-Kohlenwasserstoffe) wurden die im Erdöl bzw. Erdgas enthaltenen Leichtbenzine genannt, die man Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem bei der Erzeugung des sogenannten Luftgases für Beleuchtungszwecke in den sogenannten Luftgasapparaten einsetzte.

Der Begriff Gasoline für Benzin wird noch in vielen spanischsprachigen ("gasolina") sowie englischsprachigen Ländern (neben „petrol“) benutzt und hier häufig zu „gas“ abgekürzt. Das Leichtbenzin Ligroin wird im Englischen auch als benzine bezeichnet.

Zur Auswahl und praktischen Anwendung von Leichtbenzinen in Kochern und Lampen siehe auch Spezialbenzin

Löschen eines Benzinfeuers Bearbeiten

Eine Benzinflamme ist mit Wasser nicht löschbar.

Mineralöle weisen eine geringere Dichte als Wasser auf, dadurch schwimmt das brennende Benzin obenauf. Die sich in der Zwischenschicht bildenden Dampfblasen können den Brennstoff großflächig verteilen.

Sollte sich das brennende Benzin in einem Gefäß befinden, beginnen die Wasserspritzer bei Berührung mit dem heißen Benzin schlagartig zu verdampfen, wodurch dieses aus dem Gefäß herausgeschleudert werden kann und somit eine Stichflamme bildet.

Benzinflammen können durch Erstickung gelöscht werden. Dazu werden Substanzen wie Sand, Löschdecken, Löschpulver oder -schaum eingesetzt, die den Brand abdecken und so die Sauerstoffzufuhr verhindern.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Joachim Kleinmanns: Super, voll! Kleine Kulturgeschichte der Tankstelle. Jonas Verlag, Marburg, 2002. ISBN 3-89445-297-8
  • Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes: Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859-1974. Verlag C. H. Beck, München, 2003. ISBN 3-406-50276-8

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. TU Delft
  2. Alkane
  3. Leichtbenzin

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